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18. April 2011

Echtzeitanzeige für Bus und Bahn im Saarland gestartet

Staatssekretär Dieter Gründewald gibt den "Startschuss" zur Echtzeitauskunft am Bahnhof Saarlouis. Foto (von links nach rechts: Christian Ostermann Atron, Oberbürgermeister Saarlouis Roland Henz, Stefan Käfer T-Systems, Staatssekretär Dieter Grünewald, Dieter Haag saarVV, Heinz Schulz DB Regio Südwest und Raimund Linxweiler VGS Verkehrsmanagement-Gesellschaft Saar

Staatssekretär Dieter Grünewald gibt den Startschuss für die Echtzeitauskunft am Saarlouiser Hauptbahnhof. Foto von links nach rechts: Christian Ostermann Atron electronic GmbH, Oberbürgermeister Saarlouis Roland Henz, Stefan Käfer T-Systems, Staatssekretär Dieter Grünewald, Dieter Haag saarVV, Heinz Schulz DB Regio Südwest und Raimund Linxweiler VGS

Dieter Grünewald, Staatssekretär des Ministeriums für Umwelt, Energie und Verkehr des Saarlandes, hat am vergangenen Freitag am Saarlouiser Hauptbahnhof den Start der Echtzeitauskunft im Nahverkehr des Saarlandes (Projekt „Saarland in Time“) der Öffentlichkeit bekannt gegeben. Die Busse der Saar-Pfalz-Bus GmbH sowie die Fahrzeuge von drei privaten Verkehrsunternehmen sind bereits mit der modernen Kommunikations- und Ortungstechnik ausgestattet. Mit der Bahn wurde heute der Reisenden-Informations-Vertrag unterzeichnet. Bis Ende des Jahres sollen die restlichen saarVV-Verkehrsunternehmen mit der neuen Technik ausgerüstet sein. Auf dem Vorplatz des Bahnhofes in Saarlouis und an den Bushaltestellen sind Anzeigetafeln aufgestellt, die auf die Minute genau Auskunft darüber geben, ob Bus und Bahn pünktlich abfahren oder mit welcher Verspätung zu rechnen ist.

Möglich machen dies die Echtzeitdaten der saarländischen Verkehrsunternehmen, die in die Onlinefahrplanauskunft des Saarlandes für Bus und Bahn, den Saarfahrplan (www.saarfahrplan.de), integriert sind. Damit stehen den Fahrgästen zuverlässige Abfahrtsinformationen bei der Planung der Fahrt im Internet und vor Ort auf Anzeigetafeln sowie auch über Handy und Smartphone zur Verfügung.
„Dies ist eine große Qualitätsverbesserung für die Fahrgäste“, betont Dieter Grünewald. „Eine hochwertige Fahrgastinformation ist ein wesentlicher Bestandteil eines leistungsfähigen Verkehrsangebotes. Wir sind stolz, dass das Saarland dies gemeinsam mit seinen Verkehrsunternehmen in nur zwei Jahren realisieren konnte“. Außer in Saarlouis wurden bereits am Omnibusbahnhof in Lebach Anzeigetafeln mit Echtzeitauskunft in Betrieb genommen. Weitere werden nach und nach an wichtigen Umsteigepunkten folgen.

Die VGS Verkehrsmanagement-Gesellschaft Saar wurde vom Land mit dem Projekt „Saarland in Time“ beauftragt. Ziel war zum einen eine zukunftsfähige Fahrgast-information zu realisieren und zum anderen eine zuverlässige Anschlusssicherung im öffentlichen Nahverkehr einzurichten. Gemeinsam mit den saarländischen Verkehrsunternehmen ist es der VGS nun gelungen, diese Aufgabe in nur rund zwei Jahren umzusetzen. Die Gesamtinvestition zur Realisierung der Echtzeitauskunft beträgt 5,56 Millionen Euro. Das Land hat vier Millionen Euro davon zur Verfügung gestellt. Die Verkehrsunternehmen im saarVV finanzieren die restlichen 1,56 Millionen Euro. „Der ÖPNV im Saarland wird jährlich von rund 77,5 Millionen Fahrgästen genutzt, die gut informiert noch besser mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs sind“, erklärt Dieter Grünewald. „Mit einem attraktiven und modernen Nahverkehr möchten wir noch mehr Saarländerinnen und Saarländer zum Umsteigen auf Bus und Bahn bewegen. Das schont die Ressourcen, vermindert den CO2-Ausstoß und entlastet die Straßen. Und letztendlich kommt die Investition in die öffentliche Infrastruktur auch dem Saarland als Wirtschaftsstandort zugute.“

Zunächst wurden die Fahrzeuge der Verkehrsunternehmen mit einem rechnergestützten Betriebsleitsystem (RBL) ausgestattet und die vorhandenen Bordrechner aufgerüstet. Die Kommunikation mit den Bussen erfolgt über die Handytechnik GSM/GPRS in Verbindung mit genauer Standortermittlung durch GPS. So kann jedes Fahrzeug geortet werden und das Verkehrsunternehmen weiß, wo sich die einzelnen Busse befinden. Eventuelle Störungen im Betriebsablauf werden direkt über den Bordrechner an den zentralen Kommunikationsserver gemeldet. Dieser stellt die aktualisierten Daten dem Saarfahrplan zur Verfügung.
Der Saarfahrplan fungiert dabei als Datendrehscheibe. Die Datendrehscheibe empfängt die Verspätungsinformationen und verteilt diese an die angeschlossenen Verkehrsunternehmen und Ausgabemedien weiter. Dieser Datenaustausch ermöglicht es, neben der Echtzeitauskunft, eine unternehmensübergreifende automatisierte Anschlusssicherung einzurichten, zum Beispiel vom Zug auf den Bus. Der Bus erhält dann wegen eines verspäteten Zuges eine automatische Warteanweisung. Bevor die Anschlusssicherung jedoch zuverlässig zum Einsatz kommen kann, muss sie erst noch eine Testphase durchlaufen.
Zunächst startete die Saar-Pfalz-Bus GmbH mit den drei privaten Busunternehmen Lay Reisen – on Tour GmbH, Aloys Baron Reisen GmbH sowie Saarfürst Reisen N. Kirsch GmbH als Pilotprojekt die Ausstattung ihrer Busse mit dem RBL-System. Gemeinsam mit T-Systems als Generalunternehmer und mit der ATRON electronic GmbH als Partner für die Fahrzeugausrüstung wurden hier rund 500 Busse mit der modernen Kommunikations- und Ortungstechnik ausgestattet. Im Testbetrieb läuft das System seit einem Jahr stabil.

Seit November 2010 stellt auch die DB Regio AG die Echtzeitdaten ihrer Nahverkehrszüge für den Saarfahrplan zur Verfügung. Zwischen der DB Regio AG und der VGS Verkehrsmanagement-Gesellschaft Saar mbH (VGS) wurde der Reisendeninformationsvertrag unterzeichnet. „Mit diesem Vertrag wurde die Grundlage für einen Austausch von Echtzeitinformationen zwischen der DB Regio Südwest und der Verkehrsmanagement Gesellschaft Saar mbH zur Verbesserung der Reisendeninformation im Saarland geschaffen“, erläutert Heinz Schulz, Leiter Bereich Marketing/Vertrieb der Regio Südwest. „Unser Ziel ist es, die Reisenden im Saarland über die aktuelle Lage unserer Züge für eine bessere Reiseplanung zu informieren.“
Bis Ende 2011 sollen die restlichen saarVV-Verkehrsunternehmen, die KVS GmbH, die NVG Neunkircher Verkehrs AG sowie die Völklinger Verkehrsbetriebe GmbH mit der RBL-Technik von T-Systems ausgerüstet sein. Saarbahn & Bus wird über eine Schnittstelle ebenfalls bis Ende 2011 Echtzeitdaten an die Datendrehscheibe liefern. Erfreulicher Nebeneffekt: Die Fahrzeuge aller Verkehrsunternehmen im T-Systems-RBL können miteinander auch telefonieren sowie Textmeldungen austauschen.

Der Saarfahrplan bewältigt aktuell monatlich rund eine Million Verbindungsauskünfte. „Die Echtzeitangabe wird die saarländische Onlinefahrplanauskunft noch beliebter machen“, freut sich Jürgen Liesenfeld, IT-Projektleiter bei der VGS Verkehrsmanagement-Gesellschaft Saar. Über die Internetadresse mobil.saarfahrplan.de erhalten mobile Endgeräte Zugang zum Saarfahrplan und damit nun auch zur Echtzeitauskunft. Somit sind die Nutzer von Mobiltelefonen bestens über die Pünktlichkeit ihrer Verbindung informiert.
Ca. fünf Prozent der Verbindungsauskünfte werden mittlerweile mobil abgerufen. Diesem sprunghaften Anstieg trägt die VGS zukünftig durch eine erheblich verbesserte Unterstützung der Vielzahl von Handys und Smartphones Rechnung. Zeitgleich zur Echtzeitauskunft wurde der Saarfahrplan um eine Kartenfunktion erweitert. Von der ausgewählten Haltestelle wird durch Klick eine Umgebungskarte ausgegeben, die Ortsunkundigen die Orientierung einfacher macht.


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